Geschichte des Batterierecyclings.

1986 trat die sogenannte Stoffverordnung in Kraft. Wegen den Schwermetallen in den Batterien wurden Hersteller, Importeure und Händler verpflichtet, gebrauchte Batterien zurück zu nehmen und der umweltgerechten Entsorgung zuzuführen. Zu dieser Zeit wurden gebrauchte Batterien noch in Sondermülldeponien eingelagert.

 
 

Neue Vorschriften schaffen neue Technologien.

Nach Diskussionen rund um den Umgang mit Sondermüll erliess der Bund neue Exportvorschriften. Exportgesuche bewilligte das zuständige Bundesamt nur noch, wenn die umweltgerechte Verwertung nachgewiesen werden konnte. De facto sprach der Bund damit ein Exportverbot aus. Dies hatte zur Folge, dass Ende der 80-er Jahre in neue Technologien investiert wurde. Heute verfügt die Schweiz mit der Batrec Industrie AG über eine der modernsten Batterienverwertungsanlagen der Welt.

 
 

Die freiwillige Lösung.

Um die deutlich höheren Kosten für die Batterieverwertung zu finanzieren, wurde im Jahr 1991 von den Herstellern und Importeuren die Batterieentsorgungs-Selbsthilfeorganisation (Beso) gegründet. Die Mitglieder dieser privaten Organisation verpflichteten sich, vorgezogene Entsorgungsbeiträge auf freiwilliger Basis beim erstmaligen Inverkehrbringen von Batterien zu erheben und in einen Entsorgungsfonds zu überweisen. Die Gebühren wurden hauptsächlich für die Finanzierung der Entsorgung und die Information der Bevölkerung verwendet. Anschaffung und Unterhalt der Sammelbehälter sowie der Transport zur Sammelstelle und zum Entsorger gingen damals noch zu Lasten der Sammelstellen.

 
 

Die Verankerung im Gesetz.

Da sich nicht alle involvierten Unternehmungen der Beso anschliessen wollten und lieber vom Trittbretteffekt profitierten, kam es zu Wettbewerbsverzerrungen. Dies führte dazu, dass der Bund im Jahr 2000 das freiwillige System in Bundesrecht umwandelte und die gesetzliche vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG) erliess.

 
 

Eine Nachfolgerin namens INOBAT.

Aus der Beso ging die INOBAT hervor. Sie ist eine Genossenschaft des privaten Rechts und ihr Name steht für Interessenorganisation Batterieentsorgung.

Die vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG) wird für die Sammlung und Beförderung, die Verwertung, Information der Bevölkerung und die Verwaltungstätigkeit der INOBAT verwendet. Die VEG ermöglicht es INOBAT aber auch, Entschädigungen für Sammelleistungen und den Transport von Batterien zu entrichten. Darüber hinaus kann sich INOBAT auch finanziell an Sammelinfrastrukturen beteiligen, wenn diese den Rücklauf von Batterien fördern.

Seit der Erfassung der Rücklaufquote im Jahr 1995 konnte die Rücklaufquote in der Schweiz von 54 auf rund 70% gesteigert werden. Damit ist die Schweiz Weltmeister im Batterierecycling, jedoch noch entfernt von der 80%-Quote, die sich das BAFU zum Ziel gesetzt hat.